Wappen der ortsgemeinde berod b.w.

    Heraldische Beschreibung:
    Gespalten durch Doppelflanke Rot-Silber, geteilt durch Wellenschnitt in verwechselten Farben. Vorne eine Rodehacke, hinten ein Tongräberspaten, in der Mitte ein Betagleuchteteer Kirchturm.
     
    Heraldische Begründung:
    Die Ortsgemeinde Berod b.W. ist als "Berrinrode" im Jahr 1292 erstmals urkundlich erwähnt und liegt im Gebiet des ehemaligen Niederlahngaues, dem Herrschaftsgebiet der Diezer Grafen. Die Endung des Ortsnamens von Be"rod" lässt auf eine frühe Dorfgründung zwischen 800 und 1200, der Rodungsepoche der Karolinger, schließen. Der Ortsname Berod ist im Ortswappen vorne durch eine silbern-rote Rodehacke dokumentiert. Der Mittelpunkt des Ortes und des dörflichen Lebens ist die Pfarrkirche St. Ägidius, deren alter Kirchturm das wohl älteste Bauwerk von Berod b.W. ist und zu der um 1200 erbauten romanischen Kapelle gehörte. Kirche und Turm wurden mit Sicherheit aus dem Basalt des südwestlich in der Gemarkung liegenden Zehnhäuser Steinbruchs" gebaut. Der Ort Berod kam durch die Diezer Verträge vom 27.7.1564 an das Erzbistum Trier und zählt seitdem auch im Volksmund zu den typischen Gemeinden des "Triersch- Landes". Im Jahr 1762 wurde die damals zur Pfarrei Hundsangen gehörende Kapelle durch den auf der nahen Burg Molsberg geborenen Trierer Kurfürsten und "Westerwälder“ Johann Phillip von Walderdorff -Erzbischof von Trier- zur Pfarrkirche für die "Pfarrei Berod" erhoben. Diese Neugründung der Pfarrei ist ein Meilenstein in der Geschichte von Berod und war auch für die Entwicklung des Ortes von besonderer Bedeutung. Somit steht auch im Mittelpunkt des Ortswappens symbolisch für die Pfarrei und die Kirche St. Ägidius der gemauerte rot-silberne Kirchturm. Das Kreuz auf der Turmspitze steht aber auch für den "Kreuzpartikel", eine Reliquie des HI. Kreuzes, die noch heute in der Kirche aufbewahrt wird. An die ehemaligen Kurtrierischen Landesherren und somit auch an den Gründer der Pfarrei erinnern im Ortwappen als einzige Tingierung die Trierischen Wappenfarben Rot und Silber, die auch gleichzeitig die Farben des alten Molsberger Grafengeschlechts sind. Für die Einwohner der Gemeinde Berod war die Landwirtschaft über Jahrhunderte hinweg die einzige Lebensgrundlage. Sie wurde früher in der Form der "Dreifelderwirtschaft" ausgeübt. Wie eine Urkunde von 1569 bezeugt, war die Gemarkung wegen des dadurch bedingten Fruchtwechsels in drei Teile gegliedert: In das „Hinterfeld", das Hainbuchenfeld" und das "Niederfeld". Die Land- bzw. Dreifelderwirtschaft ist durch die Spaltung des Ortswappens durch Doppelflanke in drei Teile symbolisiert, gleichzeitig aber auch durch die Rodehacke. Neben der Landwirtschaft wurde besonders im letzten Jahrhundert der Tonbergbau Erwerbszweig für die Beroder Einwohner. Der Tonabbau unter und über Tage, der mittlerweile das Gemarkungsbild geprägt hat, ist inzwischen ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor für die Ortsgemeinde Berod b.W. geworden und ist im Ortswappen hinten durch den typischen "Tongräberspaten" dargestellt. Aus dem großen Naturschutzgebiet "Eisbachwiesen" kommend durchließt der "Eisenbach" von Nord nach Süd die Gemarkung und bildet den größten Teil der westlichen Gemarkungsgrenze. An ihm liegen zwei alte Mühlen, von denen die ,Bruchhäuser Mühle" mit der Wüstung Bruchhausen" um 1368 und die Dammsmühle um 1575 erstmals erwähnt wurden. Der Eisenbach mit seinen Mühlen ist im Ortswappen als Wellenteilung dargestellt. Mit dem Reichsdeputationshauptbeschluss von 1803 kamen die rechtsrheinischen Gebiete, und so auch Berod, an das Fürstentum Nassau-Weilburg, 1815 an das neugegründete Herzogtum Nassau und 1866 in Preußen zur Provinz Hessen-Nassau. Berod b.W. ist heute eine ländliche Ortsgemeinde in der Verbandsgemeinde Wallmerod im Westerwaldkreis.

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