Wappen der ortsgemeinde bilkheim

    Heraldische Beschreibung:
    Durch Göpelschnitt geteilt. Vorn auf goldenem, mit einem schräglinks steigenden blauen Wellenkeil belegten Wellenschildfuß, in Rot ein silberner Schlossturm. Hinten in Silber ein roter Turm mit drei Zinnen und drei silbernen Fenstern. Unten in Grün eine goldene Urne, umlegt von sechs silbernen gleichschenkligen Trapezen.

    Heraldische Begründung:
    Die Gemeinde Bilkheim, 1345 Bullincheym, liegt landschaftlich am Westrand eines Talkessels. Diese Talsenke war schon in frühester Zeit besiedelt. Von dieser Besiedelung zeugt in der Gemarkung Bilkheim das 'Gräberfeld auf der Lieblingsheide'. Hier entdeckten im Jahr 1828 die Bilkheimer mehrere Grabhügel aus der Bronzezeit, die mit Basaltplatten aus dem Neurother Hahn kreisförmig eingefasst waren. 1839 wurden insgesamt 6 Grabhügel geöffnet und im Innern großbauchige und kleine Urnen gefunden. Die Tongefäße enthielten menschliche Knochenreste, die eindeutig auf die Hallstattkultur 700 - 500 v. Chr. schließen. Diese wichtigen Zeugen vorzeitlicher Besiedlung Bilkheims sind im Ortswappen im unteren grünen Feld durch die goldene Urne dargestellt, die von 6 silbernen Steinplatten umlegt ist und somit die 6 Grabhügel symbolisieren. Die grüne Farbe des unteren Feldes steht für die 'Lieblingsheide', deren Bezeichnung bis heute als Flurname erhalten ist. Die Gemeinde Bilkheim liegt im ehemaligen Niederlahngau, dem Herrschaftsgebiet der nassauischen Grafen und gehörte im frühen Mittelalter sicherlich zum Besitz der Herren zu Molsberg. Nach den Tauschverträgen mit dem Kurfürstentum Trier im Jahr 1 564 kam das Kirchspiel Salz und somit auch Bilkheim an die trierischen Landesherren und gehört seitdem im Volksmund zum "Trierschland". In der Gemarkung Bilkheim hatten mehrere Adelsgeschlechter Besitz. So auch in dem nördlich von Bilkheim liegenden Neuroth, nach dem sich wahrscheinlich Heinrich von Nuenrode 1222 nannte. Hier verkaufte die Witwe des Friedrich von Neuroth 1428 einen Hof an die von Schönborn, die ihn an die von Ottenstein vermachten. Er wechselte an Phillip von Reifenberg zu Molsberg von Nassau-Dillenburg und wurde schließlich 1584 Eberhard von Brambach zugesprochen. Die Brambacher erbauten 1664 an dieser Stelle das Barockschloss „Neuroth“, das einzige Wasserschloss im oberen Westerwald. Es ging bereits 1682 in den Besitz der Grafen von Walderdorff über. Das denkmalgeschützte Wasserschloss wurde in den vergangenen Jahren restauriert und kann auch als ein Wahrzeichen Bilkheims angesehen werden. Im Ortswappen ist es durch den silbernen Schlossturm mit seinen charakteristischen Fenstern auf einem goldenen Wellenschildfuß im vorderen roten Feld dargestellt.
    Bilkheim ist eine von der Landwirtschaft und dem Tonabbau geprägte Gemeinde. Der Ton, das 'weiße Gold' des Westerwaldes, wurde ursprünglich in Schächten und Stollen in der Gemarkung abgebaut und so wurde die 'Hl. Barbara', die Schutzpatronin der Bergleute und eine der 14 Nothelfer ist, auch als Schutzheilige von den Bilkheimern angenommen. Ihr zu Ehren ist die St. Barbarastraße und das St. Barbaraheim (Gemeindehaus) benannt. Das Attribut der Hl. Barbara, der Turm, ist im Ortswappen im hinteren silbernen Feld als dreizinniger roter Turm mit drei silbernen Fenstern, die an die Dreifaltigkeit erinnern, aufgenommen.

    In dem goldenen Wellenschildfuß ist der Schafbach, der in der Gemarkung entspringt und sie durchfließt, als schrägsteigender blauer Wellenkeil aufgelegt. Gold und Blau komplementieren sich hier zu den Wappenfarben der nassauischen Grafen und erinnern so an die territoriale Zugehörigkeit, auch in der Zeit von 1806 bis 1866 im Herzogtum Nassau. Die Wappenfarben Rot und Silber erinnern an die tierische Landesherrschaft, aber auch an die von Brambach und die Grafen zu Molsberg, deren Farben ebenfalls Rot-Silber sind. Die Gemeinde Bilkheim ist heute Teil der Verbandsgemeinde Wallmerod im Westerwaldkreis.

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