Aus der Sitzung des Verbandsgemeinderates am 25.06.2020

    TOP 1: Mitteilungen des Bürgermeisters

    Corona-Pandemie

    In Krisenzeiten wie der Corona-Pandemie, zeigt sich, ob es einer Verwaltung gelingt mit neuen Fragestellungen und Herausforderungen kreativ umzugehen. Schnell hat sich herausgestellt, wer engagiert und flexibel Lösungen findet und umsetzt und wie leistungsstark unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind, wenn es drauf ankommt. Viele neue Erfahrungen, z.B. mit Homeoffice, Video- und Telefonkonferenzen werden sicher dauerhaft die Abläufe in der Verwaltung verändern.

    Corona beeinflusst derzeit nahezu alle Maßnahmen, Entscheidungen und auch die Abläufe in der Verbandsgemeinde. Dabei führt die schnelle Abfolge neuer Verordnungen in ungewohnt kurzen Zeitfenstern jeweils zu Neubewertung einzelner Sachverhalte. Was heute noch gilt, kann morgen schon hinfällig sein.

    Verschärft wird die Situation durch Ankündigungen der Landesregierung, für die es dann wochenlang keine konkreten Ausführungsbestimmungen gibt, wie beispielsweise bei der Öffnung von Freibädern. Die Erwartungen der Bevölkerung an die „Verantwortlichen“ werden geweckt und wir dürfen dann erklären, warum das alles noch gar nicht geht. Das ist eine Belastung für alle Mitarbeiter der Verwaltung und auch für die Arbeit der ehrenamtlichen Bürgermeister oder Bürgermeisterinnen.

    Wir haben von Beginn der Corona-Zeit versucht, so viel Normalität wie möglich zu erlauben, ein Beispiel ist die frühe Öffnung der Spiel- und Sportplätze. Wir können und wollen aber auch nicht die Bürgerinnen und Bürger aus ihrer persönlichen Verantwortung entlassen. Das alles hat bisher zu einem guten Ergebnis geführt mit niedrigen Fallzahlen, und einer schrittweisen Rückkehr zu gewohnten Abläufen.

    Die Auswirkungen auf die Wirtschaft sind, nach allem was zu lesen ist, gravierend, trotzdem ist die Betroffenheit der Gemeinden nach wie vor schwer abzuschätzen. Dies gilt im Besonderen für die Entwicklung der kommunalen Haushalte mit zu erwartenden Rückgängen in der Einkommens- und Gewerbesteuer. Mit den Hilfsprogrammen von Bund und Land kann möglicherweise gegengesteuert werden, allerdings zeigen die Erfahrungen mit den letzten Förderprogrammen, wie KI 3.0, dass in der konkreten Umsetzung noch einige Hindernisse auftauchen können. Nützlich scheint mir die Senkung der Mehrwertsteuer im 2. Halbjahr 2020 für geplante Investitionen und Dienstleistungen. Dabei sind schnell ein paar 1.000 Euro eingespart.

    Wir wissen alle nicht, wie sich die Situation der Corona-Infektionen in den nächsten Monaten entwickeln wird und ob sich der Trend zur Lockerung von Einschränkungen nicht noch einmal umkehrt. Daher gilt es in allen Bereichen vorsichtig zu agieren. Corona ist noch nicht vorbei!

    Corona-Hilfsaktionen

    In den letzten Monaten hat sich auch eine sehr erfreuliche Entwicklung gezeigt. Das Miteinander, der Zusammenhalt und die gegenseitige Unterstützung in unseren Dörfern ist spürbar gewachsen. In allen Orten gibt es Ansprechpartner für Hilfsleistungen, wenn diese benötigt werden. Und zu allererst war es die Dorfjugend, viele junge Leute z.B. aus den Kirmesgesellschaften, die Einkaufsdienste oder sonstige Hilfen organisiert haben. Aber auch die Feuerwehren, die Rettungsdienste, die Kirchen und Gemeinderäte und viele andere Ehrenamtliche haben ihren Beitrag zur Bewältigung dieser schwierigen Situation geleistet. Ihr alle habt mit eurem Engagement für das Gemeinwohl unsere Dörfer ein Stück lebens- und liebenswerter gemacht. Hierfür bedanke ich mich im Namen aller Bürgerinnen und Bürger der Verbandsgemeinde Wallmerod, aber auch ganz persönlich recht herzlich.

    Ferienbetreuung

    Eine ganz schwierige Zeit haben viele Familien erlebt. Nach Schließung der Schulen und Kindergärten wurde die Kinderbetreuung zum Problem, es folgten die Erfahrungen mit Homeschooling und vieles andere mehr. Schnell war der Urlaubsanspruch aufgebraucht und jetzt stehen die Ferien vor der Tür und die Frage zur Betreuung stellt sich erneut. Auch hier haben wir nicht auf Überlegungen und Hygienepläne aus Mainz gewartet, sondern seitens der Jugendpflege gehandelt. Herausgekommen ist ein Angebot für die Ferienbetreuung über die vollen 6 Wochen, dreimal jeweils 2 Wochen. Unsere Jugendpflegerin Marion Schmidtke hat ein Konzept erarbeitet, damit trotz aller Regelungen ein solches Angebot möglich ist. Insgesamt werden rund 100 Kinder die Ferienfreizeit nutzen können. Dafür, und auch das möchte ich ausdrücklich erwähnen, stellt der Schützenverein Hundsangen für die gesamte Ferienzeit sein Schützenhaus zur Verfügung und nimmt dafür deutliche Einschränkungen des Vereinslebens in Kauf. Ohne diese Bereitschaft wäre ein solches Angebot nicht möglich. 

    Freibad Hundsangen

    Eine ganz besondere Herausforderung war die Öffnung des Freibades. Ein komplett neues Betriebskonzept mit Begrenzung der Besucherzahl, Aufbau eines Online-Buchungssystems, Einlasskontrollen, 2 Badezeiten täglich plus Frühschwimmen, zusätzlichen Reinigungsintervalle, Wegekonzept und Hygieneplan wurde innerhalb einer Woche fertiggestellt und vom Haupt- und Finanzausschuss beschlossen. Hier haben insbesondere Abteilungsleiter Thomas Wolf und Karl-Wilhelm Dünnes von der EDV, sowie die Bademeister Yvonne Kraus und Dirk Alvermann deutlich mehr geleistet, als gemäß Stellenbeschreibung gefordert war.

    Während noch viele Freibäder in der näheren und weiteren Umgebung geschlossen sind, läuft der Betrieb in Hundsangen seit 15. Juni weitestgehend reibungslos. Es sieht so aus, als ob die Idee aufgeht, der Bevölkerung ein attraktives Angebot in Zeiten zu bieten, in denen viele Urlaubs- und Freizeitangebote nicht möglich sind. Die Badegäste kommen zu einem großen Teil aus der Verbandsgemeinde, aber auch aus den Nachbargemeinden und der weiteren Umgebung suchen etliche Gäste das Freibad Hundsangen auf. Mit Beginn der Ferien in der nächsten Woche wird der Besucherzustrom sicher nochmals steigen.

    Aufgrund der positiven Erfahrungen wurde die Besucherzahl pro Badezeit ab heute auf 200 erhöht. Sofern auch dies ohne große Probleme funktioniert, wollen wir dann die maximale Anzahl von 300 Besuchern zulassen. Ich hoffe, dass alle Badegäste das ihre dazu tun, die Regeln in der Corona-Zeit einzuhalten und das Angebot nicht zu gefährden.

    Sporthallen

    Wir werden auch die Sporthallen in der Verbandsgemeinde Wallmerod wieder öffnen und zwar am 17. August 2020, das ist der Montag nach den Sommerferien. Auch in den vergangenen Jahren waren die Hallen während der Sommerferien geschlossen und auch das Reinigungspersonal hat in dieser Zeit Urlaub. Eine frühere Öffnung hätte aufgrund der Hygienevorschriften tägliche Reinigungsintervalle erfordert, die aber nicht gewährleistet werden können. Nach den Ferien kann der Spiel- und Trainingsbetrieb unter den dann geltenden Bedingungen wieder aufgenommen werden.

    Fortsetzung folgt...

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