Große Begeisterung bei der Beethoven-Wanderung am 16. und 23. August 2020

    Anlässlich des Beethovenjahres zum 250. Geburtstag des berühmten Komponisten veranstaltete der Kulturförderverein der Verbandsgemeinde Wallmerod e.V. in Zusammenarbeit mit Regionalhistoriker Volker Lemke aus Molsberg, der die Veranstaltung mit viel Herzblut und Zeit vorbereitete, eine einzigartige Beethoven-Wanderung über den historischen Totenweg von Molsberg nach Salz.

    Dies fand in Abstimmung mit der Familie von Walderdorff sowie der Kath. Kirchengemeinde des Kirchortes Salz.  Aufgrund der hohen Nachfrage und der eingeschränkten Teilnehmerzahl wurde die Freiluft-Veranstaltung auf zwei Sonntage verteilt.

    Verbandsbürgermeister Klaus Lütkefedder und die Geschäftsführerin des Kulturfördervereins Brinja Marschall begrüßten auf der Bleichwiese von Schloss Molsberg die jeweils 130 Teilnehmer, darunter auch den ehemaligen Leiter des Beethoven-Museums in Bonn, Dr. Michael Ladenburger, sowie Mitglieder des Fördervereins des Mutter-Beethoven-Hauses in Ehrenbreitstein, die extra angereist waren.

    Zum Hintergrund der Veranstaltung: Ludwig von Beethovens Großvater, Johann Heinrich Keverich, war Oberhofkoch des Trierer Kurfürsten und Erzbischofs Johann Philipp von Walderdorff. Er residierte auf Schloss Philippsburg unterhalb der heutigen Festung jetzigen Festung Ehrenbreitstein. Warum der Oberhofkoch auf der Burg in Molsberg verweilte, ist nicht bekannt. Vermutlich sollte er dort für den Kurfürsten und einen Teil seines dort anwesenden Hofstaates die Mahlzeiten zubereiten. Er verstarb aber plötzlich in Folge einer Lungenentzündung bei einer großen Hitze im Westerwald.

    Die Koblenzer Mundart-Stadtführerin Marlis Weiß, erzählte als Beethovens Großmutter „Anna Clara“ deren Geschichte und ihr Leben in der damaligen Zeit eindrucksvoll und mit voller Leidenschaft. Sie erinnerte an den Todestag des Großvaters am 3. August 1759 mit den Worten „dessen Todesurteil war wul die große Hitz en dem Johr – em Leiterwagen hamse en rüber gefahrn nach Salz“. Sie berichtete, dass ihr „Johann Heinrich“ sich einen großen Namen erarbeitet hatte. Denn „de Kurfürst hot dat Loch in der Epistelseit der Kirch in Salz mache loose“. Mit diesen Worten wurde die Wanderung in Richtung Salz begonnen, nachdem auch noch die Musik der „Mondscheinsonate“ verklungen war und Klaus Lütkefedder die Besucher auf den über viereinhalb Kilometer langen historischen Totenweg bat.

    An der Salzer Kirche angekommen übernahm „Anna Clara“ wieder das Wort, die dann noch an den Vater Ludwig von Beethovens, Johann van Beethoven und an die Mutter „Maria Magdalena“ erinnerte, „die immer ernst dreinblickte“. Musikalisch wurde der Vortrag von Jürgen Brühl am Klavier und Claudia Zocher mit ihrer Geige begleitet.  Im Anschluss wurde in der Pfarrkirche von Salz an der Stelle, an der das Grab von Johann Heinrich Keverich vermutlich sich heute noch befindet, eine Gedenktafel enthüllt. Aufgrund der Corona-Auflagen war es nicht möglich, gesellig beieinander zu sitzen und auf ein Glas Wein den Nachmittag Revue passieren zu lassen. Es gab deshalb das Angebot, Beethoven-Wein vom Köwerich an der Mosel mit nach Hause zu nehmen. Die Dorf-Mobil-Busse standen schon auf dem Dorfplatz bereit, um die Wanderer wieder zu ihren Autos nach Molsberg zurück zu bringen. Es waren sich alle Teilnehmer einig, dass dies eine gelungene, kulturelle Veranstaltung war - mit einem Ruf nach Wiederholung.

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