In Kooperation mit unserer Klimaschutzmanagerin Lina Braun wurde dort das Naturhistorische Museum erkundet. Das Besondere dabei: Das Museum hatte bereits geschlossen und war dunkel. Ausgerüstet mit Taschenlampen begaben wir uns mit der Erlebnispädagogin Isabel Kern auf eine Spurensuche nach Monstern und Zeitzeugen des Klimawandels.
Das Museum war vereinzelt mit mystischem Licht beleuchtet und es waren verschiedene Geräusche von Tieren oder der Natur zu hören. Abgerundet wurde das Sinneserlebnis durch Fühlkisten, die mehrfach zum Einsatz kamen. Die vermeidlichen Monster waren Tiere und Fossilien, die als Zeitzeugen der Klimageschichte vorgestellt wurden. Die Kinder erfuhren, wie sich das Klima über Jahrtausende verändert hat und welchen Einfluss diese Veränderungen auf Tiere und ihre Lebensräume hatten.
So wurde erklärt, dass Werwölfe lediglich in Sagen und Geschichten überliefert wurden. Wissenschaftliche Beweise gibt es nur über Wölfe und deren Wege. Der Mainzer Wolf stammt beispielsweise, wie unser Westerwälder Wolf im Landschaftsmuseum Hachenburg, aus Italien.
Isabel zeigte uns in der Führung jedoch auch ganz kleine Tiere wie den Zwergelefant. Sie lebten auf Inseln. Weil dort die Nahrung und der Platz begrenzt waren, passten sich die großen Raubtiere ihrem Umfeld an. Aus den uns bekannten Elefanten entwickelten sich Zwergelefanten die nur etwa 1,2 – 1,8 Meter groß wurden. In der Mitte ihrer Stirn hatten sie eine Nasenöffnung, die man leicht als Auge missdeuten konnte. So trugen die Zwergelefanten zum Mythos der Zyklopen (ein- oder dreiäugige Monster) bei.
Besonders beeindruckend war das Steppenmamut. Mit 4,5 Metern war es das größte Tier, dass jemals gelebt hat. Seine Knochen wurden früher von Gauklern als angeblicher Beweis für die Existenz von Riesen genutzt.
Auch die Sagen über Einhörner konnten aufgeklärt werden. Hörner, die als angeblicher Beweis genutzt wurden, entpuppten sich jedoch als Zähne eines Narwals. Dieser bis zu 3m lange Zahn dient dem Tier zur Verteidigung, Betäubung von Beute oder als Sinnesorgan für Wasserdruck. Doch durch die Klimaerwärmung wird dem Narwal der Lebensraum immer mehr genommen. Er lebt in Regionen wo die Wassertemperatur um null Grad beträgt.
Die besondere Atmosphäre im dunklen Museum, die geheimnisvollen Schatten und die erzählten Geschichten machten die Führung zu einem echten Erlebnis. Neugier, Staunen und auch ein wenig Grusel begleiteten die Gruppe durch die Ausstellungsräume. Nach vielen neuen Eindrücken und Gesprächen endete der Ausflug gegen 21.00 Uhr. Müde, aber begeistert kehrten Kinder und Eltern nach Hause zurück – mit dem Gefühl, eine spannende Reise durch Zeit, Klima und Geschichte erlebt zu haben.

