Die Verbandsgemeinde Wallmerod rund um Klimaschutzmanagerin Lina Braun setzt sich bekannter Maßen schon lange für Themen wie Klimaschutz und Biodiversität ein. Nicht verwunderlich also, dass die Verbandsübergreifende Reihe KlimaWissen: Fakten, Tipps und lokale Lösungen in Wallmerod genau den Themenquerschnitt aufgreift.
Rund 40 interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten der Einladung zu der kostenlosen Veranstaltung, bei der Referent Philipp Schiefenhövel von der Masgeik-Stiftung praxisnah aufzeigte, wie jeder Einzelne die Artenvielfalt direkt vor der eigenen Haustür fördern kann. Im Mittelpunkt des Vortrags stand das sogenannte „leise Artensterben“ – der schleichende Rückgang vieler Tier- und Pflanzenarten, der oft unbemerkt geschieht, aber weitreichende Folgen für unsere Ökosysteme hat.
Anschaulich erläuterte Schiefenhövel, welche Ursachen hinter diesem Rückgang stehen und welche Rolle private Gärten dabei spielen können – sowohl als Problem als auch als Teil der Lösung. Viele Gärten seien heute stark aufgeräumt, mit Schotterflächen, exotischen Pflanzen oder häufig gemähten Rasenflächen. Dabei könnten gerade naturnah gestaltete Gärten wichtige Rückzugsräume für Insekten, Vögel und andere heimische Tiere sein.
Der Referent stellte zahlreiche leicht umsetzbare Maßnahmen vor: etwa das Anlegen von Wildblumenflächen, das Pflanzen heimischer Sträucher und Stauden, das Zulassen kleiner „wilder“ Bereiche im Garten oder das Aufstellen von Nisthilfen für Insekten und Fledermäuse sowie Totholzstrukturen.
Die Teilnehmenden zeigten großes Interesse und nutzten die Gelegenheit, Fragen zu stellen und eigene Erfahrungen auszutauschen. Besonders deutlich wurde dabei, dass schon kleine Veränderungen im eigenen Garten eine große Wirkung entfalten können, wenn viele Menschen mitmachen.
Die Veranstaltung machte deutlich: Der Schutz der Artenvielfalt beginnt nicht nur in Naturschutzgebieten oder auf großen Flächen, sondern direkt vor unserer Haustür. Jeder Garten kann zu einem kleinen Baustein für mehr Biodiversität werden – und damit zu einem wichtigen Beitrag gegen das stille Artensterben.
