Während der Ferienbetreuung stand alles unter dem spannenden Motto „Bachforscher“. Nach einer Einführung durch unsere Klimaschutzmanagerin Klima Lina erhielten die Kinder zunächst grundlegende Einblicke in die Bedeutung von Gewässern als Ökosystem und auch wie wir als Menschen konkret auf gesunde Gewässer angewiesen sind.
An zwei Tagen wurden Exkursionen zu dem naheliegenden Kälberbach in Hahn am See durchgeführt. Vor Ort nahmen die Kinder zunächst eine strukturelle Gewässerbewertung vor, bei der äußere Merkmale wie Uferbeschaffenheit, Fließverhalten und sichtbare Einflüsse erfasst wurden. Im Anschluss erfolgte die Bestimmung der Gewässergüte anhand von Bioindikatoren. Begeistert waren die Kinder vor allem, da es sich dabei um ein etabliertes wissenschaftliches Vorgehen handelt, das auch in der ökologischen Forschung und im Gewässermonitoring Anwendung findet.
Hierbei wurden verschiedene Tiere gesammelt und bestimmt, deren Vorkommen Rückschlüsse auf die Wasserqualität zulässt. Zu den gefundenen Arten zählten unter anderem Dreieckskopf-Strudelwürmer, Lidmückenlarven und Flohkrebse, die von den Kindern liebevoll als „kleine Garnelen“ bezeichnet wurden. Durch die Zuordnung dieser Organismen zu bestimmten Gewässergüteklassen konnten die Kinder eigenständig eine biologische Bewertung des Baches vornehmen.
Die praktische Arbeit im Gelände wurde von den Kindern mit viel Spaß an der Sache und großem Engagement begleitet. Trotz oder vielleicht auch gerade durch einzelne Wasserunfälle – bei denen es beim Arbeiten am Wasser auch zu unbeabsichtigtem Hineinrutschen kam – blieb der Spaßfaktor der Gruppe durchgehend hoch.
Zum Abschluss der Ferienbetreuung wurden die Ergebnisse von den Kindern in Form von Plakaten dokumentiert und aufbereitet. Diese werden dieses Jahr im Rahmen des Bachpatentages vom Landesamt für Umwelt RLP (LfU) am Kälberbach vorgestellt. Am letzten Tag erhielten alle Teilnehmenden eine Urkunde, die sie als „Bachforscher“ auszeichnet.
Neben dem Spaß in der Natur ging es in der Ferienbetreuung mit den Kindern vor allem darum ein Umweltbewusstsein schon früh zu verankern denn als Gestalter von Morgen sind es die jüngsten unserer Gesellschaft die die Zukunft in ihren Händen tragen.
Auswertung
1. Teil: Die Bachbenotung.
Wie muss denn eigentlich ein gesunder Bach aussehen? Ein Bach der für Mensch und vor allem für Tier Lebensraum bietet? Anhand des Formularbogens „Gewässerökologie“ haben die Kinder der Ferienbetreuung den Kälberbach unter die Lupe genommen.
| Bewertungskriterien | Beschreibung | Punkte | |
| 1. | Bachverlauf | Keine Starken Schlingen, Korrekturen durch Menschliches Eingreifen sichtbar, bogig geschwungen, nicht gestreckt, nicht kanalisiert | 2 |
| 2. | Bachbreite | Keine starken Änderungen in der Breite, nur leicht abwechselnd | 3 |
| 3. | Wassertiefe | Keine Wechsel, völlig einheitlich | 3 |
| 4. | Wasserdurchfluss | Meistens einheitliche Fließgeschwindigkeiten nur sehr seltene Wechsel | 2 |
| 5. | Bachgrund | Abwechselnd, teilweise natürlich, teilweise künstlich | 2 |
| 6. | Ufer | Abwechselnd künstliche und natürliche Abschnitte | 2 |
| 7. | Uferbefestigung | Abwechselnd künstliche Stellen sichtbar und natürliche Abschnitte. Sogut wie nie unterspülte Ufer | 2 |
| 8. | Uferbewuchs | Künstlich angelegt und mehr oder weniger Einheitlich (Wiese, Gebüsch, Baumreihe) | 2 |
| 9. | Fischwanderung | Nicht möglich | 3 |
| 10. | Nutzung | Geringe Auswirkungen erkennbar | 2 |
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2. Teil: Die Bioindikation
An zwei aufeinanderfolgenden Tagen wurden diese Lebewesen im Kälberbach Abschnitt Ortsausgang auf der Strecke von etwa 1 km gefunden:
| Tiergruppe | Anzahl |
| Steinfliegenlarve | 12 |
| Lidmückenlarve | 40 |
| Eintagsfliegenlarve | 25 |
| Dreieckskopf-Strudelwurm | 8 |
| Hakenkäfer | 4 |
| Köcherfliegenlarve | 8 |
| Bachflohkrebs | 107 |
| Napfschnecke | 3 |
| Weisser Strudelwurm | 5 |
| Kriebelmückenlarve | 20 |
| Wasserassel | 3 |
| Rote Zuckmückenlarve | 27 |
| Roll-Egel | 4 |
| Schlammröhrenwurm | 21 |
Nach der Auswertung des Formblattes „Anleitung zur Bestimmung der Gewässergüte“ konnten die Kinder der Ferienbetreuung mit einem Saprobien-Index zwischen 2,08-2,16 eine Gewässergüte von III bestimmen.

