„Schie wohrt in der Schauer!“

Es wurde „vill platt geschwatzt“ und auch gesungen. Bei der Veranstaltung des Kulturfördervereins der Verbandsgemeinde Wallmerod „Seng met und schwätz platt“ gab es zwölf Plattschwätzer und Plattschwätzerinnen die einen Vortrag hielten. Moderator Dieter Ehinger betrat als „Schellepeter“ die Bühne und kündigte mit einer „Beeekanntmachung!“  lautstark die Programmpunkte an. Otto Merfels, Wilfried Bingel und Hubert Eidt sorgten mit ihren Schifferklavieren für die „Mussig“ zwischendrin und animierten die Gäste zum Mitsingen alter Volkslieder und Schlager. Sehr viele Besucher fanden den Weg nach Hundsangen, so dass der Platz vor der Scheune noch mit Stühlen und Tischen bestückt werden musste. Immer wieder kam aus dem Publikum die Begeisterung für das schöne Ambiente der „Schauer“ und das bei einem perfekten Hochsommerabend. Das hob auch Bürgermeister Klaus Lütkefedder hervor, und dankte allen die an der Veranstaltung mitwirkten, natürlich „off platt“.

Print

Den Anfang machte Marie Luise Heibel, die eine „Monschesterbux“ im „Ausverkaaf“ erwarb. Elfi Kronimus entführte die Gäste in einen Gottesdienst, an dem man so gar keine Andacht hatte, da man mit den Gedanken überall war, nur nicht bei der Sache. Eine Hommage an Hildegard Ehl, die das Stück geschrieben hatte, und welches von Elfi Kronimus überarbeitet, und gekonnt vorgetragen wurde. Thomas Heibel aus Kuhnhöfen berichtete von „Bei us offem Dorf un do dribber hinaus“. Maria Weidenfeller aus Bilkheim erläuterte Redewendung auf „Platt“ und Angela Schneider-Forst berichtete von ihrer Oma, die in die Schweiz Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts als Landfrau ging. Als alter Routinier auf der Bühne erwies sich Seppel Friedrich aus „Hollese“. Der gern gesehene Gast berichtete von seiner „Kendhaat offem Bauernhobb“ und sang auch noch ein Lied. Nach der Pause oblag es dem „Polmaster vu Hormer“ Michael Ruoff, einen Streifzug in die Nassauer Geschichte zu unternehmen. „Hey es jo mer lus wie of manscher Kermes!“ lobte er zu Anfang die Veranstaltung, mit einem Seitenhieb auf seine Heimatstadt. Ein Kracher seit Jahren ist immer wieder Ulrike Brühl aus Görgeshausen. Auswendig berichtete sie in schönster Reimform vom „Schneewittchen und den sieben Zwergen“ in einer Variante, die den meisten unbekannt war. Rudi Görg aus Salz war es vorbehalten aus seiner Heimat Ober- und Niederahr zu berichten. So konnte er sich noch gut an den Neubau des „Nirreahrer Sportplatzes“ erinnern. Als ehemaliges Kirmesmädchen stellte sich Monika Reusch-Habel vor, die ein „Sacktuch“ für ihren Kirmesburschen „Märri“ kaufen wollte, was damals Mode war. Aber sie wusste nicht, was für ein Anfangsbuchstabe als Monogramm ins Taschentuch genäht werden musste. „Wie häßt de da met Viernome? All nenne se en jo nur Märri!“

Sieglinde Ludwig aus Holler beleuchtete das Märchen von „Hänsel und Gretel“ aus drei verschiedenen Perspektiven. Den Schlusspunkt setzte der jüngste Plattschwätzer Marvin Hannappel. Der dreißigjährige Hundsänger dichtete im schönsten Platt vom Hannes, der seinem Freund Schorsch sein „Eheleid“ klagte. Die Veranstaltung erfreut sich seit 2011 großer Beliebtheit und ist fester Bestandteil des Programms des Kulturfördervereins. Deren Geschäftsführerin Brinja Marschall überreichte allen Protagonisten zum Schluss ein Präsent als Dankeschön und schloss auch den Tontechniker Michael Fein und die Feuerwehr aus Hundsangen mit ein, die für den Auf- und Abbau, sowie für die Bewirtung sorgten.


Hilfe zur Barrierefreiheit

  • Allgemein

    Wir sind bemüht, unsere Webseiten barrierefrei zugänglich zu gestalten. Details hierzu finden Sie in unserer Erklärung zur Barrierefreiheit. Verbesserungsvorschläge können Sie uns über unser Feedback-Formular Barriere melden zukommen lassen.

  • Schriftgröße

    Um die Schriftgröße anzupassen, verwenden Sie bitte folgende Tastenkombinationen:

    Größer

    Strg
    +

    Kleiner

    Strg
  • Tastaturnavigation

    Verwenden Sie TAB und SHIFT + TAB, um durch nächste / vorherige Links, Formularelemente und Schaltflächen zu navigieren.

    Verwenden Sie ENTER, um Links zu öffnen und mit Elementen zu interagieren.