Aus der Sitzung des Verbandsgemeinderates am 03.09.2026

TOP 2: Mitteilungen des Bürgermeisters

Klima- / Wetterphänomene 

Der Klimawandel ist auch in der Verbandsgemeinde Wallmerod angekommen.

Das extremste Beispiel ist der Tornado, der am 19. August 2026 auch in der VG eine Schneise der Verwüstung hinterlassen hat. 

Für den Einsatz, den die Feuerwehren der Verbandsgemeinde erbracht haben, für das konsequente Handeln der Ortgemeinden, die Bereitschaft von Unternehmen ihre Maschinen und Gerätschaften einzubringen und für das Anpacken der Bevölkerung im Sinne einer gelungenen Nachbarschaftshilfe bedanke ich mich zu Beginn dieser Sitzung im Namen aller Bürgerinnen und Bürger der Verbandsgemeinde Wallmerod ganz herzlich.

Das war ein herausragendes Beispiel des Zusammenhalts über alle Verwaltungs- und Ortsgrenzen hinaus. Herzlichen Dank! 

Von dem Unwetter am meisten beeinträchtigt wurden die Gemeinden Meudt, Zehnhausen b. W., Berod b. W., Wallmerod und Bilkheim. 

Aufgrund der Schadenslage mit zum Teil großflächigen Stromausfällen hat die Wehrleitung die Führungsstaffel einberufen, die dann das Einsatzgeschehen in Abstimmung mit der Verbandsgemeinde koordiniert hat. Die Feuerwehren der VG sind zu 66 Einsätzen ausgerückt. Unterstützung gab es u. a. von den Feuerwehren aus Elz, Westerburg und Siershahn. 

Um die weitere Abwicklung hat sich dann die Verwaltung gekümmert und sich dabei eng mit den involvierten Ortsgemeinden abgestimmt. Dazu wurden die Notfalltreffpunkte aktiviert, um bedarfsgerecht vor Ort als Anlaufpunkt zu dienen. 

Im nächsten Schritt hat die Bevölkerung tatkräftig mit angepackt und die Schadenslage vor Ort gemeinsam mit Unternehmen bewältigt, die dazu ihre Maschinen bereitgestellt haben.In diesem Zusammenhang ist die bürgerschaftliche Hilfe besonders hervorzuheben. 

Glücklicherweise gab es keine Schäden an Leib und Leben zu beklagen. Die Sachschäden an privaten Häusern sind zum Teil erheblich. So wurden in den vorwiegend betroffenen Gemeinden Dächer ganz oder teilweise abgedeckt, Fassaden und Fahrzeuge durch umgestürzte Bäume beschädigt. 

Die öffentlichen Gebäude sind vergleichsweise wenig beeinträchtigt worden. Bei den Gebäuden im Eigentum der Verbandsgemeinde Wallmerod hat die Sport- und Kulturhalle Wallmerod den größten Schaden davongetragen. Dort hat es das Lichtband auf dem Hallendach weggeweht. Durch herabfallende Dachziegel ist ein Fahrzeug der Verbandsgemeinde beschädigt worden.

Auch die VG-Werke waren betroffen. Auf den Kläranlagen Meudt, Salzbachtal und Ahrbachtal gab es Stromausfälle. Diese konnten durch die bereits beschafften Notstromaggregate jedoch kompensiert werden.

Der Stromausfall bei zwei Brunnen und einer Quelle beim Tiefsammelbehälter Eisen wurde dadurch ausgeglichen, dass das fehlende Trinkwasser im Hochbehälter Z I durch den Zulauf aus dem Hochbehälter Z II bereitgestellt wurde.

Größere Schäden außer dem Stromausfall waren nicht zu beklagen. Es blieb bei geringen Sachschäden an Zaunanlagen und einem zerstörten PV-Modul. 

Enorm sind allerdings die Schäden im Wald. Durch Befliegung mittels Drohne konnte festgestellt worden, dass zum Teil ganze Waldstücke in Meudt, Berod b. W., Zehnhausen b. W., Wallmerod und Bilkheim dem Windwurf zum Opfer gefallen sind. Mächtige Bäume wurden wie Streichhölzer umgeknickt oder die Baumstämme zersplittert. Baumkronen wurden abgerissen und über hundert Meter weit weggeweht. Erste Schätzungen gehen davon aus, dass über 10.000 Festmeter Holz an Windwurfschäden aufzuarbeiten sind. Das ist doppelt so viel, wie der geplante Holzeinschlag für ein Jahr. Die Aufarbeitung dieser Holzmengen wird über das Forstamt in Abstimmung mit dem Forstzweckverband beauftragt. 

Der Tornado ist jedoch nicht das einzige Wetterphänomen, dass wir in diesem Jahr erlebt haben. 

Durch die langanhaltende Hitzeperiode im Sommer bestand eine erhöhte Waldbrandgefahr. Auch hier waren die Feuerwehren gefordert. Dies gilt auch für große Waldbrände außerhalb der VG bzw. des Westerwaldkreises, wo unsere Einheiten im Einsatz waren, beispielsweise in Betzdorf-Gebardshain. 

Die Dürre und die Hitzewelle haben aber noch weitere Konsequenzen.

Im Forst hat sich der Stress auf die Bäume spürbar verstärkt. Heimische Baumarten, insbesondere Buchen leiden unter Wassermangel. Hinzu kommt das sog. Eschentriebsterben. Das Risiko umstürzender Bäume im Wald ist bereits jetzt massiv angestiegen. Im Ergebnis und mit Blick auf die Verkehrssicherheit wird es im Laufe dieses und des nächsten Jahres daher zu erhöhten Holzeinschlägen kommen. Wir rechnen mit weiteren 8-10.000 Festmetern, insbesondere bei den Eschen. 

Die Hitze- und Dürreperiode hat zudem Folgen für die Wasserversorgung. Die Grundneuwasserbildung reicht zeitweise nicht mehr aus, um die Entnahmen aus den Quellen auszugleichen. Der Grundwasserspiegel sinkt zeitweise und die Quellschüttungen gehen zurück.  

Die Trinkwasserversorgung während des Sommers konnte trotz alledem ohne Einschränkungen sichergestellt werden. Eine große Stütze war hierbei die Verbindung zum Hochbehälter Obersayn und das gemeinsame Wasserversorgungssystem mit den Verbandsgemeinden Selters und Westerburg. 

Unsere Quellen haben ihre Schüttungsmenge auf ein Maß zurückgefahren, das wir in der Zeit unserer Aufzeichnungen bisher nicht kannten. Auch die Brunnenstände füllten sich während der Hitzeperiode weniger schnell als wir es gewohnt sind. 

Wir werden ab dem Jahr 2027 eine Wasserampel einführen und so auf die Auslastung unserer Versorgungsanlagen hinweisen. Eine Änderung des Landeswassergesetzes verpflichtet die Wasserversorger ohnehin den sparsamen Umgang mit Wasser zu fördern und die Bevölkerung frühzeitig für die jeweilige Versorgungssituation zu sensibilisieren. Diese Anforderungen werden somit erfüllt. 

Kommen wir einem weiteren Thema im Bereich Klimaschutz und Klimaanpassung, dem Hochwasser- und Starkregenvorsorgekonzept.

Die Bearbeitung des Hochwasser- und Starkregenvorsorgekonzept erfolgte parallel in 4 Untersuchungsgebieten.

  • Untersuchungsgebiet 1 (Arnshöfen, Kuhnhöfen, Ettinghausen, Oberahr und Niederahr)
  • Untersuchungsgebiet 2 (Elbingen, Mähren, Hahn am See, Herschbach, Meudt)
  • Untersuchungsgebiet 3 (Salz, Bilkheim, Wallmerod, Molsberg, Weroth, Hundsangen, Dreikirchen, Obererbach)
  • Untersuchungsgebiet 4 (Berod b. W., Zehnhausen b. W., Steinefrenz)

Hier sind die Arbeiten abgeschlossen. Derzeit werden die Ergebnisse mit den Ortsgemeinden besprochen und daraus Maßnahmen abgeleitet.  

Feuerwehr 

Wir haben gesehen, wie wichtig eine gut ausgestattete und gut ausgebildete Feuerwehr ist.

Dies gilt es kontinuierlich weiter zu stärken. Dazu wurde am Montag 31.08.2026 im Haupt- und Finanzausschuss die Auftragsvergabe für zwei Feuerwehrfahrzeuge beschlossen. 

Bei der Feuerwehr Niederahr erfolgt der Umbau eines Unimog U1300 L zu einem TLF 2000. Hier werden rund 225.000 Euro investiert.

Für die Feuerwehr Hundsangen wurde die Beschaffung eines Löschgruppenfahrzeuges 10 (LF 10) mit einem Auftragsvolumen von rund 475.000 Euro beauftragt. 

Freibad Hundsangen 

Dass die hohen Temperaturen auch Positives mit sich gebracht haben, zeigt sich im Freibad Hundsangen. Noch 3 Tage, dann liegt die schöne und erfolgreiche Freibadsaison 2026 hinter uns.

In der abgelaufenen Saison konnten knapp 45.000 Besucher begrüßt werden. Das ist ein überragendes Ergebnis, liegt doch der Durchschnitt der Besucher in den letzten 10 Jahren (ohne Corona) bei etwa 32-33.000 Besuchern. Das wirkt sich auch auf die Einnahmen aus. Es wurden im letzten Jahr Einnahmen in Höhe von 97.600 Euro erzielt, in diesem Jahr liegen die Einnahmen bei über 128.000 Euro. Das ist das beste Ergebnis überhaupt.

Flächennutzungsplan 

Die Fortschreibung des Flächennutzungsplanes ist ein Dauerbrenner, den ich gerne noch in meiner Amtszeit als Bürgermeister der Verbandsgemeinde Wallmerod zum Abschluss gebracht hätte. Das wird nicht mehr gelingen, aber die Weichen für einen zeitnahen Abschluss des Projektes sind gestellt.

Die angepassten und korrigierten Planunterlagen (Begründung 221 S., Umweltbericht 477 S.) wurden vom Planungsbüro Frank Geisler und RU-Plan erstellt und werden derzeit überprüft.

Die Veröffentlichung des Textes für das förmliche Beteiligungsverfahren im Mitteilungsblatt ist für den 18.09.2026 vorgesehen. Die Auslegungsfrist beginnt am 21.09.2026 und endet am 26.10.2026.

Im Anschluss kann dann die Abwägung der Beiträge durch den Verbandsgemeinderat vorgenommen werden. Danach folgen die Beschlussfassungen in den Gemeinderäten.

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