Es gibt Menschen, die halten sie als Haustiere. Die meisten Menschen haben gegen sie eher eine Abneigung. Bei den Ratten scheiden sich die Geister. Während die Mäuse als kleinere Artgenossen noch eher verniedlicht werden, verbreitet die Ratte als größere Spezies eine gehörige Portion Unbehagen. Aber auch hier gibt es Unterschiede. Denn Ratte ist nicht gleich Ratte. In unseren Breitengraden unterscheidet man Hausratten und Wanderratten.
Die Hausratte kommt heute eher selten vor. Zunehmend größere Probleme bereiten dagegen die Wanderratten. Diese Nager sind in erster Linie Erdbodenbewohner und haben sich unterirdische Räume wie z. B. Keller oder Abwasserkanäle erschlossen. Deshalb werden Wanderratten auch gerne „Kanalratten“ genannt.
Wanderratten haben bestimmte Eigenschaften und Verhaltensweisen, die sie sehr durchsetzungsfähig machen. So sind sie z. B. nur wenig spezialisiert und deshalb sehr anpassungsfähig. Sie sind vielseitig in ihrer Fortbewegung und können laufen, klettern, graben, schwimmen und tauchen. Sie sind in der Lage, sich in verschiedenen, ober- oder unterirdischen Lebensräumen anzusiedeln. Ihren Namen tragen sie zu Recht, denn sie sind ausgesprochen wanderfreudig und breiten sich schnell aus. Eine hohe Nachkommenzahl hilft, Verluste schnell auszugleichen.
Das Rattenproblem ist stellenweise hausgemacht. Es gibt einige Faktoren, die die Ratten sprichwörtlich anziehen. Ein im wahrsten Sinne gefundenes Fressen sind Lebensmittelabfälle. Werden Essensreste auf dem Kompost entsorgt oder landen diese über die Toilettenspülung im öffentlichen Kanal, heißt es für die Ratten: Das Buffet ist eröffnet. Ist das Angebot besonders reichhaltig, spricht sich das schnell rum. So hat man im oder um das Haus schnell eine ganze Rattenkolonie. Immer wieder gerne gesehen sind in Rattenkreisen auch Tierfutterbehälter. Besonders dann, wenn sie noch ohne Probleme erreicht werden können. Was dargeboten wird, ist nicht so wichtig. Denn Ratten sind Allesfresser. Egal ob Hühner-, Hunde- oder Hasenfutter - gegessen wird alles, was auf den Tisch kommt. Gibt es dann in der Umgebung noch ein kuscheliges Schlafplätzchen, z. B. ein stark zugewachsenes Grundstück mit allerlei Unterschlupfmöglichkeiten, dann machen es die Ratten sich so richtig gemütlich.
Sobald irgendwo Ratten auftauchen, wird schnell der Ruf nach einer Bekämpfung laut. Aber warum überhaupt Bekämpfung? Das liegt einfach daran, dass die Ratten zu den Tieren gehören, die Krankheiten übertragen können. Sie gehören deshalb nach dem Infektionsschutzgesetz zu den Gesundheitsschädlingen. Aber das alleine reicht noch nicht. Es muss vielmehr im Einzelfall die Gefahr bestehen, dass durch Sie auch Krankheitserreger verbreitet werden.
Wenn das gegeben ist, muss gehandelt werden. Aber wer muss dann handeln? Hier steht in erster Linie der Grundstückseigentümer in der Pflicht. Er ist für den ordnungsgemäßen Zustand seines Grundstücks verantwortlich. Er hat auch die Kosten für die Bekämpfung zu tragen. Sofern der Grundstückseigentümer erforderliche Bekämpfungsmaßnahmen nicht freiwillig durchführt, kann die Bekämpfung durch das Ordnungsamt per Bescheid angeordnet werden. Passiert dann immer noch nichts, kann ein Zwangsgeld verhängt werden.
Für den öffentlichen Kanal liegt die Verantwortlichkeit bei der Verbandsgemeinde. Hier wird regelmäßig eine großflächige Kanalbelegung durch ein Schädlingsbekämpfungsunternehmen durchgeführt. Eine kostspielige Angelegenheit, die jährlich mit einigen Tausend Euro zu Buche schlägt.
Wie kann Ratten das Leben schwer gemacht werden?
- Abfälle niemals offen ablegen.
- Mülltonnen immer schließen.
- Gelbe Säcke nicht offenzugänglich auf dem Grundstück lagern.
- Keine gekochten Speisereste oder Fleisch auf den Komposthaufen geben.
- Alle anderen kompostierfähigen Reste sind auch für Ratten genießbar. Daher am besten einen geschlossenen Komposter verwenden.
- Keine organischen Abfälle oder Essensreste über die Toilette oder den Spülstein entsorgen! Dadurch können sich Ratten in der Kanalisation schneller vermehren und sogar ins Haus gelockt werden.
- Wildlebende Tiere nicht füttern, denn von den nicht aufgenommenen Krümeln und Resten profitieren die Ratten.
- Nahrung für Haustiere unzugänglich aufbewahren.
- Rohrleitungen in Ordnung halten. Es sind Fälle bekannt, in denen sich Ratten durch schadhafte Rohrleitungen Gänge nach oben gegraben haben oder durch einen verkrusteten Abfluss nach oben geklettert und durch das WC bis in die Wohnung gelangt sind!
- Ein regelmäßiger Rückschnitt stark wuchernder Sträucher oder Bodendecker ist häufig hilfreich, einer Einnistung der Ratten vorzubeugen.
Wer auf seinem Grundstück ein Rattenproblem hat, kann sich im Zuge der Kanalbelegung mit dem Schädlingsbekämpfer unter der Telefonnummer: 06436 91067 in Verbindung setzen. Er berät Sie gerne und kann Ihnen kostengünstig Köderfallen zur Verfügung stellen.
