So auch an der Adolf-Reichwein-Grundschule in Meudt. Hier wird die zentrale Ganztagsschule der Verbandsgemeinde Wallmerod um zwei zusätzliche Räume erweitert, die je nach Bedarf als Klassen- oder Betreuungsräume genutzt werden können. Zum offiziellen Baubeginn informierte Bürgermeister Klaus Lütkefedder gemeinsam mit Schulleiterin Karina Dudeck die neue Bildungsstaatssekretärin Jenny Groß (CDU) sowie Vertreter des Bau- und des Schulausschusses an Ort und Stelle über die geplanten Bauarbeiten. Erforderlich wird die Erweiterung, um dem steigenden Bedarf an Ganztagsangeboten gerecht zu werden. Das Ganztagsförderungsgesetz (GaFöG) verbrieft nämlich den Grundschulkindern nach und nach einen Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz.
Zielvorgabe für die Planer war, den vorhandenen Platz unter Beachtung der örtlichen Gegebenheiten möglichst effektiv zu nutzen. Schulhof oder Außengelände sollten so weit wie möglich erhalten bleiben. Dazu haben sich die Planer vom Architekturbüro Schäfer aus Westerburg eine pfiffige Lösung ausgedacht. Genutzt wird die Geländetopografie, indem der Bereich zwischen dem höher gelegenen Haupteingang und dem tiefer liegenden Schulhof mit den vorhandenen Garagen überbaut wird. Vorgesehen ist eine Stahlunterkonstruktion, auf der vorgefertigte Klassenraummodule in Holzrahmenbauweise errichtet werden. Die entstehenden überdachten Flächen können künftig als Technik- oder Lagerräume sowie als wettergeschützte Spiel- und Aufenthaltsbereiche genutzt werden. Dieser Ansatz hat sich bereits an der Grundschule Weroth bewährt. Weil dort die fertigen Raumelemente mit dem Kran „eingeflogen“ worden sind, haben die Schulkinder den Klassenraum liebevoll als „fliegendes Klassenzimmer“ getauft. In Meudt entsteht also jetzt das fliegende Klassenzimmer 2.0.
Die Maßnahme beschäftigen Planer, Verwaltung und VG-Gremien seit über einem Jahr. Ein entscheidender Baustein war dabei die Finanzierung. Die Maßnahme beläuft sich nämlich auf stolze 670.000 Euro. Zwischenzeitlich liegen die Zuwendungsbescheide vom Land (367.700 Euro) und vom Kreis (67.000 Euro) vor. Hierfür bedankte sich Bürgermeister Lütkefedder ganz herzlich.
Wie Jenny Groß bei ihrer Bau-Premiere als Staatssekretärin anführte, ist dies „gut investiertes und angelegtes Geld“. Sie findet den durch die Verbandsgemeinde eingeschrittenen Weg wichtig, damit die Anforderungen an die Ganztagsbetreuung auch in Zukunft erfüllt werden können.
Der Fahrplan sieht so aus, dass die Erdbau-, Beton- und Stahlbauarbeiten im Juli beginnen. Zeitgleich werden die Module in Holzrahmenbauweise gefertigt. Das „Verheiraten“ auf der Baustelle findet voraussichtlich im September statt. Im Herbst steht dann der Innenausbau auf dem Plan, der sich wohl bis ins nächste Jahr hinziehen wird. Bezugsfertig soll das fliegende Klassenzimmer 2.0 dann zum Schuljahr 2027/2028 sein.
