Die Veranstaltung des Kulturfördervereins der Verbandsgemeinde Wallmerod erfreut sich immer größer werdender Beliebtheit. Dank des schönen Wetters hatten die über 150 Besucher in der Scheune und im Hof Platz gefunden.
Die Eröffnung übernahm Marie Luise Merz aus Heilberscheid. Sie berichtete von der Braut die sich nicht traut. „Ibber us kimmt die Bettdeck, dau solls misch net naggisch säj!“ so die Geschichte über „Die Huchzetsnoocht“. Danach sorgten zwei bekannte Gesichter für musikalische Unterhaltung. Seppel Friedrich und Manfred Fachinger aus Lindenholzhausen und Weroth, brachten als „Zwa orme Schlucker off der Bank“ ihr Leid vor. Einen Arztbesuch schilderten „Orems Elfi“ (Elfi Kronimus), „Eidtfritze Hubert sei Fraa“ (Dorothee Eidt) un et „Ruhrpott-Regina“ (Regina Hussock). Am Ende bekam der kranke Ehemann ein Rezept, auf dem ihm der Arzt eine neue Frau verschrieben hatte. Maria Weidenfeller aus Bilkheim schilderte ihre Probleme mit dem Finanzamt. Das Programm „Atzele“, sprich Elster, hat so seine Tücken. Mit Kirmesliedern stimmten Seppel Friedrich und Manfred Fachinger bei ihrem zweiten Vortrag die Gäste auf die bevorstehende Kirmes ein.
Der ideale Einstand für Marvin Hannappel, der als begeisterter Kirmesbursch die Leute aufklärte „Amol Kirmesbursch ze sei, es schiener wie Fassenocht in Kölle um Reih!“. Zum ersten Mal trat „en Mannskerl off, de als Hobbygärtner un Volkspoet beschriewe wird“. Wolfgang Gröschen erntete großen Applaus für sein Gedicht „Sommerwend“, indem er das Schicksal eines Rehs schilderte, dessen Rehbock in Obererbach erschossen wurde, und es als alleinerziehende Mutter eines Kitzes sich genüsslich in Gröschens Garten den Kummer wegfraß.
Gern gehört bei der Veranstaltung sind auch immer wieder spontane Publikumsreaktionen. Davon machte Mia Heibel aus Heiligenroth Gebrauch, die einen Witz auf Platt erzählte und die einundneunzigjährige Marlene Heinz aus Waldmühlen bei Rennerod. Sie trug ihr selbstverfasstes Gedicht „De Kastaniebaam“ auswendig und natürlich auf platt vor. Eine hervorragende Leistung. Zwischen den Vorträgen sangen die Gäste alte Schlager und Volkslieder, die Hausherr Hubert Eidt, Winfried Bingel und Otto Merfels mit dem Schifferklavier begleiteten. Sie hatten in ihrer Band einen Neuzugang. „Mer muss sich jo em de Nachwuchs kimmern“ so Moderator Ehinger, und stellte den zweiundneunzigjährigen Georg Schuchmann vor, der mit viel Spielfreude dabei war. Das fand auch Bürgermeister Klaus Lütkefedder, der sich bei allen Beteiligten für ihr Engagement bedankte. Dabei vergaß er auch nicht die Männer und Frauen der Hundsänger Feuerwehr, die für die Speis und Trank und die Bewirtung zuständig waren.
