Bürgermeister Klaus Lütkefedder, Isabel Göbel (Gleichstellungsbeauftragte der Verbandsgemeinde Wallmerod) und Lena Wagner (stellv. Gleichstellungsbeauftragte des Westerwaldkreises)
Orange Schirme vom Netzwerk Orange Westerwald
Die Verbandsgemeinde Wallmerod beteiligt sich am kreisweiten Projekt „Orange Bank“ und setzt damit ein sichtbares Zeichen für Solidarität, Prävention und gesellschaftliche Verantwortung. Die Initiative wurde von den Gleichstellungsbeauftragten des Westerwaldkreises als kommunales Projekt ins Leben gerufen und wird von den Verbandsgemeinden des Kreises gemeinsam getragen.
„Mit einer orangen Bank setzen wir ein starkes Zeichen für Respekt, Schutz und Zusammenhalt – eine kleine Maßnahme mit großer Wirkung“ sagte Bürgermeister Klaus Lütkefedder. „Die Verbandsgemeinde Wallmerod zeigt damit vor dem Rathaus öffentlich und unmissverständlich, dass Gewalt keinen Platz in der Gesellschaft hat und bekennt Farbe.“
Mit der Aufstellung einer orangefarbenen Bank soll das Thema Gewalt gegen Frauen stärker in das öffentliche Bewusstsein gerückt werden. Die Bänke dienen als Orte der Aufmerksamkeit und Information. Gleichzeitig machen sie auf Hilfsangebote wie das bundesweite Hilfetelefon aufmerksam und signalisieren Betroffenen, dass sie nicht allein sind.
„Gewalt gegen Frauen ist kein Problem, das nur in Großstädten vorkommt. Auch im ländlichen Raum gibt es Betroffene. Deshalb ist es wichtig, das Thema sichtbar zu machen und deutlich Stellung zu beziehen“, betonen die Verantwortlichen des Projekts.
Die Zahlen verdeutlichen die Dringlichkeit: Nach Angaben des Bundeskriminalamtes wurden im Jahr 2024 deutschlandweit mehr als 265.000 Menschen Opfer häuslicher Gewalt, davon 187.128 Frauen – ein Anstieg von 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Dunkelziffer dürfte weit höher sein, da viele Betroffene aus Angst oder Scham keine Anzeige erstatten.
Für Frauen und ihre Kinder stehen bundesweit rund 400 Schutzeinrichtungen zur Verfügung. Jährlich suchen mehr als 13.000 Frauen Zuflucht in Frauenhäusern. Diese Zahlen zeigen, wie wichtig Präventionsarbeit, Aufklärung und leicht zugängliche Unterstützungsangebote sind.
Die „Orange Bank“ soll genau hier ansetzen. An zentralen Orten wie Rathäusern, Bürgerhäusern, Spielplätzen oder Wanderwegen platziert, regt sie zum Nachdenken an, ohne belehrend zu wirken. Gleichzeitig können dort Notrufnummern und Informationen zu lokalen Hilfsangeboten angebracht werden. Für Betroffene entsteht so ein niedrigschwelliger Zugang zu wichtigen Unterstützungsangeboten.
